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45 Cards in this Set

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Affektive Störungen - Epidemiologie I

1. Häufigkeitsverteilung
2. Geschlechterverteilung
1. unipolare Depressionen > bipolare affektive Strg. > unipolare
Manien

2. bei unipolaren Depressionen doppelt so viel Frauen, sonst
gleiches Geschlechterverhältnis
Affektive Störungen - Epidemiologie II (Lebenszeitprävalenzen)

1. Unipolare Depressionen
2. Bipolare affektive Störungen
3. Dysthymie
4. Zyklothymie
1. 15-18 %
2. 1-2 %
3. 6-10 %
4. 0,4-1 %
Affektive Störungen - Suizidraten

1. Unipolare Depressionen
2. Bipolare Störungen
3. Schizophrenie
1. 15 %
2. 15-30 %
3. 10-15 %
Häufigkeitsgipfel der unipolaren Depression
1. zw. 20 und 29 J.
2. zw. 50 und 59 J.
Depressive Episode - Diagnostische Kriterien I
A. Bei anamnestisch nicht vorhandenen Hypomanien/Manien, aktuell seit mind. 2 Wochen 4-8 der folgenden Symptome:

1. Depressive Stimmung (ungewöhnliches Ausmaß, die meiste Zeit des Tages, fast jeden Tag)
2. Interessen- oder Freudeverlust
3. Verminderter Antrieb oder gesteigerte Ermüdbarkeit

4. Verlust des Selbsvertrauens / Selbstwertgefühls
5. unbegründete Selbstvorwürfe / Schuldgefühle
6. Wiederkehrende Gedanken an den Tod / Suizid
7. Konzetrationsstörungen, Unentschlossenheit
8. Psychomotorische Agitiertheit oder Hemmung
9. Schlafstörungen
10. Inappetenz oder Appetitsteigerung
Depressive Episode - Diagnostische Kriterien II
1. Leichte Episode
> mind. 2 Symptome von 1-3 und ein oder mehrere von 4-10 bis zu einer Gesamtzahl von 4-5

2. Mittlere Episode
> mind. 2 Symptome von 1-3 und mehrere von 4-10 bis zu einer Gesamtzahl von 6-7

3. Schwere Episode
> alle Symptome 1-3 und mehrere von 4-10 bis zu einer Gesamtzahl von mind. 8
Depression - somatisches Syndrom (8)
Mind. 4 der folgenden Symptome:

1. Interessen- / Freudeverlust
2. Mangelnde Fähigkeit auf pos. Umgebung / Ereignisse angemessen zu reagieren
3. Früherwachen
4. Morgentief
5. Psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit
6. Deutlicher Libidoverlust
7. Deutlicher Appetitverlust
8. Gewichtsverlust (5 % oder mehr im vergangenen Monat)
Atypische Depression

- Symptome
- Reagibilität auf pos. ereignisse
- Hyperphagie
- Hypersomnie
- Schweregefühl in den Extremitäten
- Empfindlichkeit gegenüber vermeintlicher Kritik
Atypische Depression

- Geschlechterverteilung
- Erkrankungsbeginn
- Prognose
- Bevorzugte Medikation
- mehr Frauen
- früher Erkrankungsbeginn
- oft chronifiziert
- MAO-Hemmer
Saisonale Depression

-Charakteristika
- Herbst/Winter
- häufig Hypersomnie / Gewichtszun.
- häuifg hypomane Nachschwankungen
- regaieren gut auf Lichttherapie
Brief recurrent Depresions

- Zeitkriterien
- Dauer 2 bis 14 Tage
- mind. 1 x pro Monat über 1 Jahr
Dysthymie - Diagnostische Kriterien
A. Depressive Verstimmung, die meiste Zeit des Tages an mehr als der Hälfte aller Tage über mind. 2 Jahre

B. Während der Verstimmung mind. 2 der folgenden Symptome:

1. Appetenzstörungen
2. Schlafstörungen
3. Adynamie / Erschöpfung
4. geringes Selbstwertgefühl
5. Konzentrationsstörung
6. Gefühl der Hoffnungslosigkeit

C. In den betr. 2 Jahren keine symptomfreies Intervall > 2 Monate

D. Keine MDE in den betr. Zeitraum

E. Keine Hypomanie7Manie in dem betr. Zeitraum

F. Ausschluss F2

G. Ausschluss F1 oder somatische Erkrankung

H. Symptome verursachen klinisch bedeutsames Leiden oder soziale/berufliche Beeinträchtigungen
Depression - Ätiologie (biologisch)
1. Monoamin-Mangelhypothese
> Mangel an Serotonin / NA im synaptischen Spalt
2. Supersensitivität noradrenerger Betarezeptoren
3. Cholinerg-aminerge Imbalance
> während Depressionen cholinerger Überschuss, während Manien noradrenerger Überschuss
4. Verkürzung der REM-Latenz bei Depressionen
5. Hyperkortisolismus durch Überaktivität der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse
6. Mangel an neurotrophen Faktoren (z.B. BDNF)
Depressive Denkfehler nach Beck
- unangebrachte Verallgemeinerung
- selektive Verallgemeinerung
- Selbstattribution
- Schwarz-Weiss-Denken
Oragnische Ursachen f. Depression
- ZNS-Erkrankungen (Tumore, Demenz, Parkinson, MS, Epilepsie)
- Immunologische E. (Lupus)
- Endokrinologische E. (Hypothyreose, M. Addison, M. Cushing, Parathyreoidismus)
- Metabolische Strgn. (Vit. B12-, Folsäuremangel, M. Wilson)
- Kardiovask. E. (Schlafapnoe, COPD, Herzinsuff.)
- Medis (Betablocker, Steroide)
Remissionsraten unipolarer Depressionen unter Behandlung
- 50 % innerhalb von 8 Wochen
- 75 % innerhalb von16 Wochen
Chronifizierungsrate unipolarer Depressionen
10-15 %
Psychotherapievefahren bei Depression
- Kognitive Psychotherapie
- Interpersonelle Psychotherapie
- Verhaltenstherapie
Techniken der KVT bei Depression
- Erfassung verzerrter Wahrnehmung
bzw. neg. Denkschemata
- Erarbeitung alternativer Kognitionen
und Verhalensmuster
- Aktivitätentraining
- Soziales Kompetenztraining
- Selbstkontrollverfahren (Gedankenstopp)
IPT-Phasen
1.-3. Sitzung: initiale Phase
> Psychoedukation, Zuteilung der Krankenrolle, Symptomminderung. Identifikation eines von 4 pot. Problembereichen:
a) Verlusterleben / abnorme Trauerreaktion
b) Interpersonelle Auseinandersetzungen (Beziehungsprobleme)
c) Rollenwechsel
d) Interpersonelle Defizite (Schwierigkeiten bei Aufbau oder Aufrechterhaltung von Beziehungen)

4.-13. Sitzung: mittlere Phase
> Bearbeitung eines oder zweier Problembereiche mittels versch. Techniken (Klärung, Affektermutigung, Trauerarbeit, Rollenspiel, Problemlösetraining, ggf. Paartherapie

14.-16. Sitzung: Beendigungsphase
> Vorbereitung aufs Therapieende, Implikationen der Therapie für die Zukunft werden erarbeitet
Bipolares Spektrum - Einteilung
1. Bipolare affektive Störung
a) Bipolar-I
> Wechsel von depressiven und manischen Episoden
b) Bipolar-II
> Wechsel von depressiven und hypomanische Episoden (häufig hypmanische Nachschwankungen einer Depression)
c) Bipolar-III (inofiziell)
> Hypomanien unter antidepressiver Pharmakotherapie
d) Bipolar-IV (inofiziell)
> Depressionen mit pos. Familienanamnese für Bipolare Strg.

2. Bipolare Mischzustände
> depressive und (hypo-)manische Symptome gleichzeitig

3. Zyklothymie
> chronische Stimmungsinstabilität mit (leicht) depressiven und hypomanischen Phasen
Bipolare Störung - Besondere Verlaufsformen
1. Rapid Cycling
> mind. 4 affektive Episoden in einem Jahr, 5-15 % betroffen, 80-90 % Frauen

2. Ultra Rapid Cycling
> Phasenwechsel innerhalb von Tagen

3. Ultra ultra Rapid Cycling
> Phasenwechsel innerhalb von Stunden
Hypomanie - Diagnostische Kriterien
A. An mind. 4 aufeinanderfolgenden Tagen abnorm gehobene oder gereizte Stimmung

B. Mind. 3 der folgenden Symptome sind vorhanden und beeinträchtigen die normale Lebensführung:

1. Gesteigerte Aktivität / Ruhelosigkeit
2. Gesteigerte Gesprächigkeit
3. Konzentrationsschwierigkeiten / Ablenkbarkeit
4. Vermindertes Schlafbedürfnis
5. Gesteigerte Libido
6. Übetrieben Einkäufe oder andere Arten leichtsinnigen / verantwortungslosen Handelns
7. Gesteigerte Geselligkeit oder übermäßige Vetraulichkeit

C. Ausschluss Manie, bipolare Strg. Depression, Zyklothymie

D. Ausschluss F1 oder F0
Manie - Diagnostische Kriterien
A. Über mind. 1 Woche abnorm gehobene oder gereizte Stimmung

B. Mind. 3 der folgenden Merkmale (vier wenn nur gereizte Stimmung) mit schwerer Störung der persönlichen Lebensführung:

1. Gesteigerte Aktivität / Ruhelosigkeit
2. Gesteigerte Gesprächigkeit
3. Ideenflucht / Gedankenrasen
4. Verlust sozialer Hemmungen
5. Vermindertes Schlafbedürfnis
6. Überhöhte Selbsteinschätzung oder Größenwahn
7. Ablenkbarkeit oder andauernder Wechsel von Aktivitäten / Plänen
8. Tollkühnes oder leichtsinniges Verhalten
9. Gesteigerte Libido oder sexuelle Taktlosigkeit

C. Fehlen von Halluzinationen oder Wahn

D. ausschluss F1 oder F0
Manie - Diff.-Diag. (5)
1. Medikamente (Stimulanzien, L-Dopa, Steroide, Halluzinogene, Alkohol)
2. Metabolisch-endokrine Strgn. (Hyperthyreose, M. Cushing)
3. ZNS Tumoren
4. Zerebrale Infektionskrankheiten (z.B. Neurolues)
5. Neurologische Erkrankungen (z.B. MS, Epilepsie)
Antidepressiva - Dosierungen weniger gebräuchlicher Substanzen (3)
1. Amitriptylin, Imipramin, Nortriptylin, Trimipramin, Doxepin, Maprotilin, Fluvoxamin, Trazodon, Bupropion > 150 mg
2. Tranylcypromin (Jatrosom) > 20-40 mg
3. Moclobemid (Aurorix) > 300-600 mg
1. Trimipramin
2. Amitriptylin
3. Doxepin
4. Nortriptylin
5. Clomipramin
1. Stangyl, stark sedierend (Histaminrezeptorblockade), keine rel. Serotonin / NA Beeinflussung, keine REM-Suppression, CYP2D6-metabolisiert, wirkt gegen chron. Schmerzen u. Schlafstörungen
2. Saroten, hemmt Serotonin und NA Wiederaufnahme, sedierend (weniger als Trimipramin), stark antiadrenerg, anticholinerg, antihistaminerg, CYP2D6, CYP3A4, Nortriptylin ist aktiver Metabolit, wirkt gegen Schmerzen, REM-Unterdrückung,
3. Aponal, gegen Entzugssymptome
4. Nortrilen, nicht sedierend, gut bei orthostatischen Problemen

> bei allen wegen anticholinerger Nebenwirkungen: Engwinkelglaukom, Prostatahypertrophie, Harnverhalt sind KIs
5. Anafranil, Serotonin und NA Wiederaufnahmehemmung, anticholinerge und alpha-1-antagonistische Eigenschaften, wenn vorher oder nachher MAOH > 2 Wochen Abstand
1. Moclobemid
2. Tranylcypromin
1. Aurorix, reversibler MAO-Hemmer, wegen reversibler MAO-Hemmung keine strenge Tyraminfreie Kost erforderlich (nur hohe Mengen meiden), wenn anschliessend SSRI geplant reichen 2 Tage Karenz, wenn vorher SSRI 1-2 wochen (5 Wochen bei Fluoxetin), hemmt CYP2D6, cave: Serotoninsyndrom bei Kombi mit Clomipramin, Citalopram, Triptanen
2. Jatrosom, irreversibler MAO-Hemmer, zu Beginn of Hypotonie, im Verlauf v.a. Gefahr hypertoner Entgleisungen, tyraminarme Kost (Vorsicht mit Käse, Soja, Fischkonserven, Hefeextrakten, gealtertes Fleisch, Sauerkraut, Salami, Joghurt, getrocknete Früchte, konservierte Lebensmittel, keine Kombi mit SSRI, Venlafaxin, Clomipramin oder Triptanen

> beide keine sexuellen UAWs oder kardiotoxisch aber Gefahr hypertensiver Krisen
1. Bupropion
2. Maprotilin
1. Elontril, komb. NA und DA wiederaufnahmehemmung, geringeres Switch-Risiko bei Bipolaren Depressionen, cave: erhöhtes Risiko von Krampanfällen, Wirkung vergleichbar mit VEN aber : keine sexuellen Funktionsstörungen, Sedierung oder Gewichtszunahme
2. Ludiomil, tetrazyklisches AD, sel. NA Wiederaufnahmehemmung, sedierend, anticholinerge Nebenwirkungen (etwas weniger als TZA)
1. Überwiegende oder selektive 5-HT-Wiederaufnahmehemmung
2. Überwiegende oder selektive NA-Wiederaufnahmehemmung
3. Gleichmäig kombinierte 5-HT- und NA-Wiederaufnahmehemmung
4. Überwiegende oder selektive DA-Wiederaufnahmehemmung
5. MAO-Hemmung
6. Unklar, kaum Wiederaufnahmehemmung von Monoaminen
7. Dual wirksame ADs
1. Clomipramin, SSRIs, Venlafaxin, Nefazodon

2. Nortriptylin, Desipramin, Reboxetin, Maprotilin, Mianserin

3. Amitriptylin, Doxepin, Imipramin

4. Bupropion

5. Tranylcypromin (irreversibel, nichtselektiv), Moclobemid (reversibel, selektiv MAO-A)

6. Trimipramin, Mirtazapin


7. Amitriptylin, Venlafaxin, Duloxetin, Bupropion, Mirtazapin
Spezifische Nebenwirkungen von ADs (Symptomatik und Hauptsubstanzen)

1. Anticholinerg
2. Antiadrenerg (Alpha-1-Antagonismus)
3. Antihistaminerg (H1-Antagonismus)
1. Mundtrockenheit, Obstipation, Tachykardie, Akkomodationsstörungen, Miktionsstörungen, Verwirrtheit
> Amitriptylin, Doxepin, Trimipramin, weniger: Clomipramin, Imipramin, Maprotilin

2. Orthostatische Hypotonie, Schwindel
> Amitriptylin, Doxepin, Trimipramin, Tranylcypromin, weniger: Clomipramin, Imipramin, Maprotilin

3. Sedierung, Gewichtszunahme
> Amitriptylin, Doxepin, Trimipramin, weniger: Mirtazapin, Maprotilin
Spezifische Nebenwirkungen von ADs (spezif. Syndrome)

1. Zentrales Serotonin-Syndrom
2. Zentrales anticholinerges Syndrom
3. Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH)
1. Durch medik. Steigerung der serotonergen Transmission > serotonerge Überaktivität mit: Trias aus fieber, neuromuskulären Symptomen (Hyperrigidität, Hyperreflexie, Myokloni, Tremor) und psychischen Symptomen (Verwirrtheit, Desorientiertheit, Erregungszustände, Euphorie). Daneben gastrointestinale Symptome (Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe). Teilweise vital bedrohlich durch Krampfanfälle, Arrhythmien, Koma, Multiorganversagen. Therapie: auslösendes Medikament absetzen

2. Durch anticholinerge wirksame Substanzen ausgelöst > trockene Haut / Schleimhäute, Hyperthermie, Mydriasis, Harnverhalt, Obstipation, tachykarde Arrhythmien, agitierte oder sedierte Verlaufsform möglich. Therapie: Absetzen der auslösenden Substanz, ggf. 2.4 mg Physostigmin i.m. / i.v.

3. unter ADs (in den ersten Behandlungswochen) vermehrte ADH-Sekretion > geringe Harnausscheidung, konzentrierter Harn, Hyponatriämie, verringerte Serumosmolarität. Symptome: Schwäche, Lethargie, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen, teilw. Verwirrtheit. Therapie: Absetzen des auslösenden Medikaments
Bipolare Depression - Therapie

1. Monotherapie mit Moodstabilizern / AAPs
2. Monotherapie mit ADs
3. Kombinationstherapie
1. Lithium, Quetiapin, Olanzapin (gesichert), Lamotrigin (eigentlich nur in Rückphallprophylaxe), Valproat, Carbamazepin (geringe Evidenz)

2. Monotherapie nicht empfehlenswert

3. Bei mittelschweren bis schweren Depressionen SSRI oder Bupropion, TZAs und Venlafaxin bergen höheres Risoko für switch oder "cycling acceleration"
Akute Manie - Therapie
1. zugelassen: Lithium (Wirklatenz von Wochen!), Valproat (schnelle Aufdosierung), nicht zugelassen aber wirksam: Carbamazepin (cave Interaktionen!), wahrscheinlich nicht gur wirksam: Lamotrigin

2. Besser als Monotherapie (v.a. bei schweren Manien): Lithium oder Valproat plus Olanzapin oder Quetiapin oder Risperidon oder Aripiprazol
Indikation für Rezidivprophylaxe (Langzeitrückfallschutz)

1. Bei unipolarer Depression
2. Bei bipolaren Störungen
1. Bei mind. 2 Krankheitsepisoden innerhalb von 5 Jahren

2. Bei mind. 2 Krankheitsepisoden innerhalb von 4 Jahren
Bipolare Störungen - Rezidivprophylaxe

1. Allgemein bei wenig Vorepisoden
2. Allgemein bei vielen Vorepisoden
3. Allgemeine Alternative
4. Wenn Manien im Vordergrund stehen
5. Wenn v.a. Depressionen vorgebeugt werden soll
1. Lithium
2. Valproat
3. Quetiapin
4. Olanzapin oder Aripiprazol (nur zugelassen wenn in Akutphase hilfreich eingesetzt)
5. Lamotrigin (besser + AAP oder Lithium)
Valproat - UAW
- Tremor (anfangs)
- Gewichtszunahme
- Haarausfall
- toxisches Leberversagen
- Valproat-Enzephalopathie
Bipolare Störungen - Behandlung von Pat. mit kardiologischen Vorerkrankungen

1. Bedenklich
2. Unbedenklich
1. Lithium, Valproat
2. Carbamazepin, Lamotrigin
Postpartale Depression - Definition / Symptomatik
Entspricht der Symptomatik einer "normalen" depressiven Episode. Jen nach vorherrschender Symptomatik können folgende Prägnanztypen unterschieden werden:
a) Insuffizienztyp
> Gefühl eine schlechte Mutter zu sein und oder keine richtigen Gefühle für das Kind zu haben, häufigster Typ
b) Zwangstyp
> Zwangsgedanken (i.d.R. aggressive Gedanken gegenüber dem eigenen Kind)
c) Paniktyp
> begleitende Panikattacken
Postpartale Depression

1. Epidemiologie
2. Ätiologie
3. Diff.-Diag.
1. 10-15 % aller Frauen
2. Vulnerabilitäts-Stress-Modell (analog zu den nomralen Depressionen mit inhaltlichem Bezug zu Schwangerschaft und Muterrolle)
3. Abzugrenzen von der postpartalen affektiven Turbulenz ("Baby Blues", "Heultage")
> physiologische Reaktion auf postpartal abfallende Östrogen- / Progesteron-Spiegel, etwa 50-70 % aller Frauen betroffen, geprägt von raschen Wechseln zw. EWuphorie und Weinerlichkeit oder Gereiztheit, selbstlimitierend nach 2-5 Tagen
Postpartale Depression - Therapie

1. Medikamentös
2. Psychotherapeutisch
3. Sonstige Maßnahmen
4. Prognose / Verlauf
1. Vorzugsweise Sertralin, Nortriptylin oder Venlafaxin (beste Datenlage). Transmission in Muttermilch erfolgt aber insgesamt keine Kontraindikation zum Stillen. Vorsicht bei Frühgebornene (reduzierte hepatische Eliminationsleistung). Ansonsten lediglich auf UAW beim Kind (Sedierung, unzureichende Gewichtszunahme, Schlafstörungen) achten. BDZ in niedrigen Dosierungen auch zulässig.
> medikamentöses Abstillen sollte wg. Gefahr psychischer Destabilisierung möglichst nicht erfolgen
2. IPT ("Rollenwechsel") und KVT. Medi-Mono ist PT-Mono überlegen
3. Verlängerung der Hebammennachsorge, Finanzierung einer Haushaltshilfe über KV, Selbsthilfegruppen
4. Prognose insgesamt gut, erhöhtes Rezidivrisiko bei weiteren Geburten (50 %)
rTMS
1. Repitive transkranielle Magnetstimulation
2. Eine Magnetspule wird an den Schädel des wachen Pat. gehalten und über ein starkes Magnetfeld wird in den darunter liegenden Hirnareal eine Depolarisation von Neuronenausgelöst.
a) Hochfrequente (> 1Hz) versus n iederfrequente (< 1 Hz)
b) Einzelpuls (0,2 s), Doppelpuls, tetanische Stimulation
3. unbekannt
4. Mittelgradig therapieresistente Depression (2008 FDA-akkreditiert), akust. Halluzinationen bei Schizophrenie, Manie, PTSD, Tourette-Syndrom, Tinnitus, fokale Dystonie, M. Parkinson, Epilepsie
5. Vorübergehende Kopfschmerzen, in seltenen Fällen epileptischer Anfall, Pat. können direkt nach Anwendung wieder Auto fahren oder zur Arbeit gehen
Vagusnervstimulation (VNS)
1. Invasives Verfahren bei dem der linke Vagusnerv über Elektroden stimuliert wird. Subklavikulär wird ein Neurostimulator implantiert, der mit den Elektroden verbunden ist. Alle 3-5 Min. wird für 30 s stimuliert
2. Metabolsimus und Funktion limbischer Struturen werden im Sinne einer antidepressiven Wirkrichtung beeinflusst.
3. Therapieresistente uni- oder bipolare Depessionen > ansprechrate 53 %, 33 % Remissionen nach 1 Jahr (2005 FDA-akkreditiert), therapieresistente Epilepsie
4. Stimmbandlähmung (durch OP), Heiserkeit und Husten, veränderte Stimme
Tiefe Hirnstimulation (THS)
1. Dünne elektroden werden i.R. einer stereotaktischen OP in relevante Hinrarealen platziert. Subklavikulär wird ein Pulsgenerator implantiert. Bei psychiatrischen Indikationen wird anschliessend kontinuierlich mit hochfrequenten elektrischen Impulsen stimuliert. Eingriff ist vollständig reversibel und hinertlässt keine Gewebeschäden
> bevorzugte Stimulationsorte: Capsula inertna, Brodmann-Areal Cg25, Nucleus accumbens
2. Schwer therapieresistente Depressionen, therapierefraktäre Zwangsstörungen. Vorher bereits: M. Parkinson, Tremor, Dyskinesien
3. Kranmpfanfälle, Blutungen (während OP), Parästhesien, Muskelkontraktionen, Dysarthriie, Diplopie, Angst, Agitation
Lithium-Behandlung
- keine Metabolisierung, renale Ausscheidung
- vor Eindosierung Crea, Nierententionswerte, Cre-Clearance, ggf. GFR, SS-Test
- rasche Aufdosierung (bei Manie 0,8-1,2 mmol/l, bei MDE 0,6-0,8 mmol/l), cave: "Absetzmanie"
- UAW: initial Gewichtszunahme, Tremor, kogn. Defizite, Polyurie; im Verlauf Erregungsleitungsverzögerung am Herzen, Struma / Hypothyreose, Leukozytose
- cave bei Elyteverschiebungen (Diarrhoe, Schwitzen, Einnahme von Diuretika oder NSARs)
- Intoxikationszeichen: Übelkeit / Erbrechen, Diarrhoe, Tremor, Vigilanzminderung, Schwindel, Dysarthrie, Ataxie
- Routineuntersuchungen: Spiegel, Crea im 1. Monat wöchentlich, dann monatlich, ab 7. Monat vierteljährlich, Elyte virteljährlich, EEG / EKG und SD-Parameter jährlich